Nach Rioja und durch die Rioja

Nach Rioja und durch die Rioja. Los Arcos – Logroño – Nàjera, Tag 9-11

 

Worauf ich mich heute freue / oder / Was ich heute wirklich nötig habe:

Zum Glück ist in Logroño endlich der Ruhetag angesagt. Meine verkrampften Füße haben den echt nötig 😢

Wie ich heute mein Fußfaultier überliste/überlistet habe:

Bald Ruhetag. Arschbacken zusammenkneifen und ab nach Logroño. Das Ziel ist das Ziel! 😂 Und unser Ziel hat sogar einen Pool! Und dort gibt es Mc Donalds… Das man den Laden mal herbeisehnt, hätte ich auch nicht gedacht.

 

Gut gestärkt vom Frühstücksbuffet mit frisch gebackenem Brot gehts dann nun auf zur Monsteretappe nach Logroño mit stolzen 29 km Länge.

Mal sehen, was die Landschaft so her gibt. Ich verlasse nun das Gebiet Navarra und begebe mich in die Region Rioja, Spaniens wichtigstes Weinanbaugebiet (laut Wanderführer)

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Der Weg ist steinig, aber relativ eben. Die Sonne geht auf und lässt die Kirche in Los Arcos erstrahlen. Mir begegnen einige Schafe (lange nicht mehr gesehen) und eine süße kleine Babykatze. Sie muss unter dem Tor hervorgekrochen sein, dahinter wacht ein Hund auf dem Grundstück . Vielleicht ihr Beschützer 🤔😁 Entzückend, so kann der Tag starten.

Nach dem durchlaufen des ersten Örtchens (Sansol), konnte man Männer bei der Nussernte beobachten. Ein großes Netz liegt vor den Bäumen und die Männer (nicht gerade die Jüngsten, Respekt) rütteln an diesen herum, sodass die Nüsse hinunter fallen.

Dann folgt auf den steinigen Weg ein mit breiten, großen Steinen gepflasterter Weg. Sehr angenehm für die Füße, muss ja auch mal sein. Ist fast so, als hätte uns jemand den roten Teppich ausgerollt.

Und man geht und geht und geht und kommt nur sehr mühsam voran. Mal geht’s durch die Felder, mal an der Straße entlang, mal rüber. Dazu bestes Wetter.

Wie akkurat alles angepflanzt ist erkennt man auf einer Anhöhe genauer. Ansonsten begegnen mir mal wieder die Steinmännchen. Scheinbar von einem Künstler aufgestapelt. Zumindest gibt ein es einen Hinweis darauf.

Dann ist irgendwann endlich Viana in Sicht. Hört sich so malerisch an der Name, aber als ich das von weit weg sah dachte ich nur „Man ist das hässlich, gut das wir da nicht Schluss machen heute. Die Stadt ist auf einem Hügel erbaut worden (wie die meisten) Der Kirchturm ragt also aus einem Meer von nicht so schönen Häuserbunkern hervor. Wobei die Innenstadt war ganz schön. Schöne historische Bauwerke. Außen Pfui, innen hui, oder wie sagt man?

Wir sind ganz schön geschlaucht von der Hitze und der langen Strecke. Uns lüstet es nach einem belegten Baguette (mit ganz viel Käse, der kommt hier nämlich viel zu kurz beim Frühstück, stattdessen gibts viel viel Marmelade) oder Mc Donalds 😲😁 So ein schöner abgefuckter Burger und ne kalte Cola, das wäre was. Unkompliziert geordert, ohne Überraschungen.

Den gibt’s dort übrigens nicht 😏

Also laufen wir durch die Stadt einfach durch. Auswärts kamen wir am Schrebergärten vorbei. Und dann ging es durch das nirgendwo nach Logroño.

Sehr geschlaucht kamen wir Logroño immer näher, fast schon mürbe im Kopf. Meine Füße wollten einfach nicht mehr. Wir hatten viele Pausen, aber das reichte eben nicht mehr.

Dann kamen wieder einige Weinfelder (nach all der kargen Landschaft) und schließlich entdecken wir die alte Frau Maria (Tochter von Doña Felisa), quasi ein Pilgerwahrzeichen Logroños. Sie führt die Arbeit ihrer Mutter fort und stempelt gegen eine kleine Spende den Pilgerpass. Dann passieren wir die Stadt.

Abends gönne ich mir erstmal ein Fußbad im Hotel. Aufgrund des Drogerie-Problems in Spanien (Man bekommt dort nicht so viel wie in Deutschland, dafür aber gern mal neben Parfum und Pflegeprodukten auch Wandfarbe und Parkettboden – leidige Erfahrung aus Pamplona) gibt es leider keinen Muskelentspannungs-Badezusatz. In der Apotheke habe ich mich schon dumm und dusselig bezahlt, also aromatisiere ich aus Not das Badewasser mit Tee. Na dann die Tassen hoch! Not macht erfinderisch, die Erkenntnis hatte ich ja bereits.

👣-👣-👣

– Ruhetag –

Heute passiert einfach mal gar nichts außer rumlümmeln und erholen 🙂 Abends geht es zum Weinfest San Mateo und es werden endlich Tapas gegessen!

👣-👣-👣

Logrono – Najèra

In den frühen Morgenstunden (6 Uhr) geht es weiter nach Najera. „Nur“ in etwa 20 km sind zu bewältigen. Mit den Stirnleuchten geht es also los. Zunächst durch die Straßen und dann durch einen Park.

Einige weitere Leute sind auch schon auf den Beinen, aber ohne Licht – in der Pampa. Es ist zappenduster, ich versteh das nicht. Zum Glück geht bald schon die Sonne auf.

Während der Dämmerung gehts durch einen weiteren Park. Scheint ein schöner Platz für Wochenenden mit der Familie zu sein. Dort befindet sich ein großer Stausee (Pantano de la Grajera) mit ganz vielen, munteren vor sich hin quakenden Enten. Tiere am Morgen vertreiben Kummer und Sorgen 😀 Nach den Enten folgten die zahlreichen Kaninchen. Daa wusste ich, der Tag wird gut!

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Schließlich verlassen wir den Park und begeben uns zwischen die Weinfelder Riojas. Und da kommt die Sonne hoch. Einfach herrlich.

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Nun gehts weiter an der Autobahn entlang. Am Zaun hängen viele Kreuze aus Holz und Gräsern.

Bald folgt die erste Station und Einkaufmöglichkeit für ein anständige Frühstück: Navarrete. Am Ortseingang stehen die Ruinen des einstiegen Pilgerhospitals San Juan de Acre.

Danach ging es wieder ab die Weinfelder und in Richtung Ventosa. Es herrschte viel Verkehr, gerade ist Erntezeit. Der ganze Boden wird durch die Autos aufgewirbelt. Man hat manchmal das Gefühl durch einen Sandsturm zu laufen. Unser Begleiter: Der Hape auf Lautsprecher (Da ist er dann endlich mal langelaufen 😏). Hier ist ja eigentlich keiner weit und breit.

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Nach einer Pause in Ventosa geht es durch noch mehr Weinfelder. Heute ist Tag der Weinfelder. Unter der brütenden Hitze pilgert es sich leichter mit Musik im Ohr und so höre ich das Best Of der Red Hot Chilli Peppers. Das hatte irgendwie was. Guuude Laune und so was.

Und Endspurt. Die Sonne brennt heute ordentlich, also muss ich wirklich viel trinken. Nach den Feldern folgt wieder eine weite Ödnis. Wenn man hier mal muss, hat man Pech gehabt. So wie ich, also musste ich ausharren. Nichts wohin man sich mal verkriechen kann und ständig diese Pilger.

Kommen in Scharen hinter einem angelatscht. Erinnert mich total an die Serie „The Walking Dead“. Einsame Landstriche, ab und an latscht dir mal einer über den Weg. Dann muss man mal dreht sich um, ob die Luft rein ist. Schleicht da einer hinter die her. Dann guckt man ein Stück weiter – sind es schon 5 in einer Reihe, die auf dich zu latschen. Wäre es „The Walking Dead“ würden danach Hunderte, Tausende ankommen – so schlimm ist es hier aber zum Glück doch nicht. Panisch werden kann man aber trotzdem 😑

Schließlich erreichen wir endlich Najèra.

Erkenntns: Sei vorrausschauend, nutze deine Möglichkeiten (und es wenn es nur zum Pinkeln ist)

Bilanz: 0 Blasen am Fuß, eine volle Blase im Leib. Nicht mehr so zickige Füße.

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