Wein und Staub

Wein und Staub. Estella – Los Arcos Tag 8

 

Worauf ich mich heute freue / oder / Was ich heute wirklich nötig habe:

Die letzten Tage waren allgemein so gut, sodass ich mich einfach nur freue, dass es weitergeht und alles so gut klappt. Ich habe mich ganz gut eingelebt in den Pilgeralltag. Einpacken, auspacken, klug packen, effektiv packen. Und waschen, wringen, trocknen. Das kann ich inzwischen auch gut 😂 Nötig habe langsam echt den Ruhetag, wegen meinen anhaltenden Fußschmerzen. Zum Glück ist dieser für Logroña geplant.

Wie ich heute mein Fußfaultier überliste/überlistet habe:

Einfach durchhalten, weitermachen. Hoffen das die Creme mal wirkt. Entspannter, langsamer gehen. Soll angeblich helfen. Nützt ja nichts. Mit Faulheit hat das nichts zu tun 😏Morgens geht’s ja auch wieder. Die Etappen sind halt lang und zäh. 15 km würden meinen Füßen gerade auch reichen, damit sie sich länger erholen können. Glaube die Erholung kommt etwas zu kurz. Sonst ist alles gut. Der Rucksack schmerzte anfangs sehr. Hatte anfangs eine sehr verspannte Nacken- und Schultermuskulatur. Jetzt geht’s aber ganz gut. Verspannungen gibt’s noch, aber das geht. Der Rucksack fühlt sich an, wie ein Teil von mir 😁 mein geliebter Buckel 😂

 

Zunächst geht es nach Los Arcos. Dort haben wir uns für die kommende Nacht einen Platz in der Casa Austria klargemacht. Ansporn genug 😁 Auf uns wartet ein Vier Bett Zimmer, frisch gebackenes Brot und laut dem Führer auch Weißbier. O’zapft is!

Kurz nach dem Verlassen von Estella erreichen wir die Bodegas Irache. Dort gibt es eine Weinquelle zum selber zapfen. Natürlich machen wir dort Halt. Mit Wein im Blut läuft es sich doch gleich viel besser 🍷👌😏 Und nein wir sind keine Alki-Reisegruppe, wir nehmen einfach nur all das mit, was der Camino uns anbietet.

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Mein Motto ist: Wenn der Camino dir Trauben gibt, mache Wein draus! 😂 Ich stehe eigentlich gar nicht so auf Wein, aber hier läuft’s… eben anders.

Dann konnte man sich zwischen zwei Wegvarianten entscheiden. Wir haben uns für die längere entschieden. Diese Route passiert mehrere kleine Orte. Über Asphaltstraßen und auf steinigen Feldwegen ging es mal durch und mal am Wald entlang. Natürlich gab’s die ersten 10 km wieder einen Aufstieg. Dieser war aber mäßig und nicht steil.

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Und nun kommt der staubige Teil. Wobei das etwas übertrieben ist. Die Gegend war reich an Feldern. Meistens abgeerntete Kornfelder. Deswegen wirkte es so staubig und öde 😉 Also nun hieß es 13 km mäßig bergab und so ging es stetig voran.

Wie man unten sieht, sieht eigentlich alles gleich aus… 🤔 Ich habe dem Camino auch schon etwas zurückgegeben. Und zwar hatte ich zu viel Wäscheleibe und habe das, was ich zuviel habe an einem Rastpunkt zwischen Baum und Schild gespannt. Wenn ein Pilgerer an einem schönen Tag sich dort ausruht, kann dieser seine Wäsche trocknen. Nicht Pilgerer finden das jetzt seltsam, aber ich wette irgendwem tue ich damit etwas Gutes 😏🤔😁

Immerhin trocknet man seine Wäsche so gut es geht in den Herbergen, wenn’s nicht reicht und das Wetter schön ist werden diese am Rucksack befestigt mit Sicherheitsnadeln und trocknen so weiter. Mein Sport BH baumelte dort auch schon als ich die Pyrenäen hochgegangen bin. Hier ist dies total egal, Wayne interessierts 😄🤘

Erkenntnis dazu: Der Camino macht kreativ! Oder Not macht erfinderisch. Wirklich toll. Man kommt mit dem wenigen, was man hat echt wunderbar klar 👌 Vielleicht wird aus mir noch ein Minimalist (Ich bin eigentlich das absolute Gegenteil)

Herrlich dieser Staub. Nein Spaß beiseite es war auch schön dort entlang zu gehen. Nur es wurde zum Ende hin zäh und schmerzhafter. Man war froh endlich in Los Arcos angekommen zu sein 😄

👣-👣-👣

Erkenntinis: „Der Camino gibt dir was du brauchst“ Ein Spruch den man oft liest und hört, aber es stimmte bisher. Sei es ein Felsen um endlich sitzen zu können, ein kleiner Stand mit „Cold Drinks“… so könnte ich den ganzen Tag weitermachen. Heute gab es von mir etwas zurück. Also: (Zurück)Geben ist eine Erleichterung 😏 Ich hoffe für jemand anderen ist das etwas, es der Camino ihm zur rechten Zeit anbietet.

Bilanz: 0 Blasen (Ich bin einfach soo gut) Mein Geheimnis: Gute Schuhe, täglich nach dem Duschen Hirschtalg, alle 2-3 Stunden Pause (Schuhe aus, Einlagen raus, Socken ggf. auch aus und lüften, lüften, lüften), der Muskelkater in den Füßen ist Abends wirklich furchtbar, heute habe ich meine erste spanische Paella gegessen (Bueno!) und in der Herberge gab’s gegen eine Spende eine Massage 😁 Meinen Füßen hat’s aber nicht geholfen 😢

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